Zweiter Epilog zum Rethen Rockt - Dorffest, was sich nicht wiederholen lässt!

Kündigten wir zum „Rethen Rockt – Dorffest, was sich nicht wiederholen lässt“ Trauriges an, so erfolgt hier die Erklärung zu genau diesem, was sich bitte nicht so schnell wiederholt.
Das wohl Traurigste was in einer Ortsgemeinschaft passieren kann: Das ein Verein, also ein Verbund von Menschen die ein gemeinschaftliches Ziel verfolgen, aufgelöst wird.
So mussten wir erfahren, dass sich das Rethener Männerquartett am 22.Mai 2026 in einer Sondersitzung aufgelöst hat.
Das Quartett, welches einfach nach der Anzahl der Gründer (4), benannt wurde, wurde ursprünglich im Jahr 1891, als der „Männer Turn- und Gesangs-Verein“ in der Rethener Gastwirtschaft Kunkel ins Leben gerufen.
Im Jahre 1900 spaltete man sich von der Turnersparte ab und so wurde im Jahr der Jahrhundertwende das Rethener Männerquartett und der TSV Rethen gegründet.
Das Männerquartett war bis in die 2000er Jahre sehr erfolgreich!
Man gewann viele Wettbewerbe im ganzen Land und wurde sogar zu Auftritten in den Niederlanden und Schweden gebucht!
Der Vereins-Höhepunkt war sicher die Verleihung der Zelter-Plakette, welche im Jahr 2000 für 100-jährige ununterbrochene Chortätigkeit vom Bundespräsidenten an das Rethener Männerquartett verliehen wurde.
Auch zwei CDs brachten die Rethener Goldkehlchen auf den Markt!
So erschien im Jahr 2000 ein Silberteller mit dem Namen „Musik erfüllt die Welt- über alle sieben Meere“ und im Jahr 2007 der Tonträger mit dem Namen „Heut geht es an Bord“.
Zwei Scheiben, die reißenden Absatz fanden!
Leider ist es ein Zeichen der Moderne, das Volks - Lieder und Gesang nicht mehr als Kulturgut, sondern mehr als Konsumgüter gelten, die schnell auf den Markt geworfen werden und genauso schnell wieder überhört sind, ohne das man sich mit der Musik, den dazugehörigen Emotionen und mit dem Gefühl des gemeinschaftlichen Wiederholens der Lieder auseinandersetzt.
So kam es, dass das Quartett nur noch 10 aktive Mannen zählt, die zusammen um die 800 Jahre auf das Papier bringen und man nach 126 Jahren Rethener Männerquartett die Fahne streichen musste.
Da die Ursprungsfahne einst unter der Friedenseiche am Thieplatz geweiht wurde, so sollte sie auch dort zum letzten Male wehen.
Damit wurde die vorerst letzte Einholung der Fahne und die letzte Zusammenkunft der Sänger des Vereines als Rethener Männerquartett, ein sehr gewichtiger Teil unseres Rethen Rockt- Dorffestes.
Zu diesem Akt erschienen die Fahnenabordnungen der Feuerwehr, der Schützengesellschaft, des TSV und des FC Rethen, um dem Fahnentuch der Sangesgemeinschaft die vorerst letzte Ehre zu erweisen.
Ein sehr feierlicher und zugleich auch extrem trauriger Akt, was die große Anzahl an Tränen, die über recht viele Wangen kullerten, nachhaltig belegen.
Die Fahne geht vorerst in das Archiv von Rethen Rockt über, wo sie, wie einige andere Rethener Fahnen auch, wie ein Schatz gehütet wird, bis sich vielleicht doch einmal wieder Menschen finden, die unter dem Tuch des Rethener Männerquartetts gemeinschaftlich musizieren wollen.
Dann wird sie natürlich wieder feierlich enthüllt und soll im Winde wehend die Fröhlichkeit und Leichtigkeit der gesungenen Lieder in die Welt hinaustragen.
Da sich die Männer auch weiterhin regelmäßig treffen um ihre Freundschaften außerhalb einer Vereinsstruktur zu pflegen, hört man sie vielleicht irgendwo leise ihre Lieder singen!
Es wäre eine Freude…
Danke liebes Quartett für das Vertrauen, welches ihr uns geschenkt habt. Es war uns eine Ehre, wenn auch eine Traurige!
Einen riesen Dank an dieser Stelle an die Kameraden der Feuerwehr, den Schützenbrüdern der Schützengesellschaft, den Sportkollegen des TSV und den Sportlern des FC.
Vielen Dank, dass ihr den Sangesbrüdern in dieser sehr schwierigen Zeit zur Seite gestanden habt. Die Aktion ist trotz des traurigen Anlasses ein Beleg dafür, dass der große Zusammenhalt unter den Vereinen Rethenes wieder stark erblüht und wir uns aufeinander verlassen können!
Danke!

Rethen Rockt!

Wir mit dir für Rethen!



Das Wappen des Chantychor und Rethener Männer-Quartetts



Um die "älteren" Jungs des Quartetts zu entlasten, trug der Rethenrocker Heiko bei den hohen Temperaturen die recht schwere Fahne und das Hemd des Shantychores. Ihm wurde die Ehre zuteil, da sein Vater ebenfalls Mitglied im Männer-Quartett war.



Die Fahne wartet auf seine Freunde, die mit einem Marschlied auf den Thieplatz marschierten.



Die Fahnenabordnungen des TSV, der Schützengesellschaft, der Feuerwehr und des FC. In der Mitte die Fahne des Quartetts.



Fahneneinholung durch die Schützen und die Feuerwehr.



Fahneneinholung durch die Schützen und die Feuerwehr.



Die Fahne ist nun gestrichen, wird aber die Ortsgemeinschaft nie wirklich verlassen.



Die 9 anwesenden Sangesbrüder, die sich wie der Rest der Besucher auch zu Ehren der Fahneneinholung von ihren Plätzen erhoben haben.
Im Vordergrund liegt der "Schatz" des Quartetts, die Zelter-Plakette!



Der Vorsitzende a.D. Horst Konrad bei seiner Abschluss-Rede.



Die Zelter - Plakette, welche das Rethener Männerquartett im Jahr 2000 vom Bundespräsidenten verliehen bekommen hat.